Der Tag begann mit blendendem Sonnenschein.
Zunächst machten wir uns auf den Highway in Richtung Windsor auf. Ich hatte gestern ein Schild des Vintage Radio & Communication Museums of Connecticut (vrcmct.org) entdeckt. Das Museum war schnell gefunden, doch leider ist dieses nur von Donnerstag bis Sonntag geöffnet. Gleichzeitig befindet sich in diesem Museum eine Amateurfunk-Clubstation. Leider war jedoch absolut niemand anwesend und so führte unsere Route weiter nach Newington, wo sich das Hauptquartier der nationalen Amateurfunk Organisation ARRL befindet (in der ich auch Mitglied bin).
Recht versteckt zwischen Bäumen befindet sich die imposante Antennenfarm mit einer enormen Zahl an Kurzwellen-Richtantennen.
Nach der Anmeldung für die Tour hiess es erst mal warten, da unser Guide in der Mittagspause war, doch mit einem guten Essen lässt sich eine Stunde allemal überbrücken 
Zunächst wurden wir von Bob, dem Marketing Manager offiziell begrüsst. Unser Guide, eine XYL namens Ethel, führte uns zunächst in die einzelnen Abteilungen des Bürogebäudes und als Besucher aus der Schweiz schleppte uns Ethel in schier unzählige Büros und stellte uns in den meisten Abteilungen persönlich vor. Dabei sahen wir unter anderem das QSL-Büro, das Labor welches jedes kommerziell hergestellte Gerät intensiv testet und die Notfunk-Abteilung. Unzählige Händedrücke und interessante Gespräche später (inzwischen waren fast zwei Stunden vergangen) übergab uns Ethel an Joe, den Manager der Klubstation W1AW (arrl.org/inside-w1aw). Die Klubstation der ARRL befindet sich in einem kleinen Backsteinhaus und stammt in dieser Form aus dem Jahre 1938.
Im Vorraum ist eine kleine und wertvolle Sammlung an Funkgeschichte ausgestellt und dahinter befindet sich im Zentrum das Steuerpult von welchem aus täglich über mehrere Stunden, auf 7 Kurzwellenbändern gleichzeitig, die ARRL-Nachrichten und -Informationen ausgesendet werden. Der Schrank an Amateurfunk-Equipment ist imposant.
Auf der linken Seite befinden sich drei Studios, von welchen aus mit den verschiedenen Antennen gearbeitet werden kann.
Ein Studio war bereits mit mehreren Amateuren belegt und nach Prüfung meiner Lizenz teilte mir Joe das 15m Band in einem anderen Studio zu. Als Transceiver hatte ich einen IC-9100 mit 100 Watt und eine 4 Element Beam-Antenne auf 18m Höhe zur Verfügung. Nachdem ich die lokalen Störpegel mit den Filtern einigermassen gebändigt hatte (obwohl die Station etwas ausserhalb der Stadt steht, ist je nach Frequenz ein Störpegel zwischen S3-S5 hörbar) startete ich den ersten Ruf nach Europa. Nach einigen Minuten zeigte sich der Erfolg. Ich konnte etliche Italiener, Griechen, Deutsche, Ukrainer, Rumänen und Slovenen glücklich machen. Offenbar ist das Rufzeichen W1AW sehr begehrt wie ich aus den Bemerkungen der einzelnen Amateure hörte.
Nur aus HB war leider absolut keine Station zu hören.
Gegen vier Uhr musste ich Schluss machen da die Station ab diesem Zeitpunkt für die Ausstrahlung der Bulletins verwendet wird. Dies war definitiv ein Riesenerlebnis! 
Wir fuhren anschliessend weiter nach Newburgh wo sich die Orange County Choppers (orangecountychoppers.com) befinden. Die Firma, welche Custombikes herstellt, wurde hauptsächlich in einer Fernsehserie bekannt. Die Ausstellungshalle ist ziemlich gross und die Ausstellung umfasst etliche tolle Bikes und eine noch grössere Verkaufsfläche an Souveniers. Die Bikes sind toll, aber der kommerzielle Teil mit den Souveniers überwiegt aus meiner Sicht zu stark. Von der Produktion bekommt der Besucher leider nichts zu sehen.
Das Hotel hatte ich bereits am Vorabend reserviert und so verbrachten wir einen ruhigen Abend am Hotelpool.

Die Klubstation W1AW mit einem Teil der Antennen

Ein Teil der Kurzwellen-Richtantennen

HB9EUI in Aktion

Die Sender für die Ausstrahlung der Bulletins

W1AW im Cluster

Die Ausstellung der Orange County Choppers